Volle Konzentration auf den Leistungssport dank Sportförderung der Bundeswehr – doch nicht alle Spielerinnen haben diese Chance

01. Sep. 2026

1. Alsco Handball Bundesliga Frauen

1. Alsco HBF

HC Leipzig

Saison 2026/27

Fotocredit: (c)kolektiff

Nach Laura Sophie Klocke im vergangenen Jahr wurden mit Jana Walther und Marlene Tucholke nun zwei weitere Spielerinnen des HC Leipzig in die Sportfördergruppe der Bundeswehr aufgenommen. Die beiden U20-Weltmeisterinnen beginnen Anfang September ihren freiwilligen Wehrdienst als Sportsoldatin bei der Bundeswehr und absolvieren direkt die Grundausbildung. Die Fördergruppe ist in Kooperation mit der Bundeswehr am Standort Warendorf bei Münster angesiedelt. Die Mitglieder der Sportfördergruppe werden bei der Bundeswehr eingestellt und erhalten eine Grundausbildung, die zeitlich mit den sportlichen Verpflichtungen der Athletinnen und Athleten vereinbart wird.

„Ich bin super dankbar für diese Gelegenheit und freue mich darauf, mich ein Jahr lang voll und ganz auf den Leistungssport und alles, was dazugehört, konzentrieren zu können. Ich habe mir schon lange gewünscht, mir nach dem Abitur die Zeit zu nehmen für das, was mir wirklich Spaß macht – und das ist das Handballspielen“, freut sich Marlene Tucholke. „Ich habe dadurch mehr Zeit, die Gegner vor den Spielen zu analysieren und mich nach dem vielen Training und den Spielen wieder zu regenerieren. So kann ich mich immer wieder voll auf das Training und die Spiele fokussieren, ohne zusätzlich für Klausuren lernen zu müssen.“

„Doppelbelastung der übrigen Spielerinnen verdient besondere Anerkennung“

Lars Lammich, der Geschäftsführer des HC Leipzig, sagt: „Die Sportförderung der Bundeswehr ist eine großartige Möglichkeit für unsere jungen Spielerinnen, den Leistungssport noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Dass gleich drei unserer Spielerinnen diesen Weg einschlagen können, freut uns deshalb sehr“, sagt der Geschäftsführer des HC Leipzig und ergänzt mit Blick auf die Doppelbelastung der Spielerinnen aus Leistungssport und Beruf: „Gleichzeitig müssen viele andere unserer Spielerinnen den Bundesligahandball mit Studium, Ausbildung oder Beruf vereinbaren. Sie trainieren morgens, arbeiten oder studieren tagsüber, und trainieren am Abend erneut auf höchstem Niveau. Am Wochenende fahren sie für die Spiele durch ganz Deutschland und kommen teilweise erst mitten in der Nacht wieder nach Hause. Diese Doppelbelastung verdient besondere Anerkennung – und generell mehr Unterstützung. Genau hier brauchen wir noch mehr Sponsoren und Partner. Jedes Sponsoring hilft uns, unseren Etat zu vergrößern und somit unsere Spielerinnen finanziell besser zu stellen. 

Darüber hinaus suchen wir Unternehmen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und unseren Spielerinnen beispielsweise durch flexible Arbeitsmodelle, Ausbildungs- oder Studienplätze sowie berufliche Perspektiven den Weg zu ebnen. Wer unsere Spielerinnen auch abseits des Spielfeldes unterstützt, investiert in ihre Zukunft und zugleich in die Zukunft des HC Leipzig. Unser Ziel ist es, allen Spielerinnen individuelle Möglichkeiten zu geben, Leistungssport und persönliche sowie berufliche Entwicklung miteinander zu verbinden.“

Nominierungen von Jana und Marlene für die Nationalmannschaft

Neben der Aufnahme in die Bundeswehr-Sportfördergruppe gab es für Jana Walther und Marlene Tucholke eine weitere gute Nachricht. Das HCL-Duo wurde von Bundestrainer Markus Gaugisch für den nächsten Lehrgang der DHB-Nationalmannschaft vom 21. bis 27. September in Großwallstadt nominiert. Neben zahlreichen Trainingseinheiten enthält der Lehrgang in Vorbereitung auf die Europameisterschaft in der Slowakei, Polen, Türkei, Tschechien und Rumänien (4. bis zum 20. Dezember) auch zwei Länderspiele in Spanien am 25. September und am 27. September in Granollers. Während Marlene Tucholke für die ersten drei Lehrgangs-Tage vorgesehen ist, ist Jana Walther auch für die beiden Länderspiele fest eingeplant.