27:27 im Sachsenderby: HC Leipzig holt sich gegen den BSV Sachsen Zwickau den ersten Punkt der Saison

01. Nov. 2026

1. Alsco Handball Bundesliga Frauen

1. Alsco HBF

HBF

HC Leipzig

Saison 2026/27

Ein aufregendes Sachsen-Derby endete vor 1.200 Zuschauern mit einem historischen Punktgewinn für den HC Leipzig. Dank einer starken zweiten Halbzeit und großem Kampfgeist haben sich die Leipziger Handballerinnen am siebten Spieltag der Alsco Handball Bundesliga Frauen gegen den BSV Sachsen Zwickau ein Unentschieden erkämpft und beim 27:27 (11:16) den ersten Punkt der Saison gefeiert – lautstark begleitet von den begeisterten Fans. Erfolgreichste HCL-Werferin war Kapitänin Pauline Uhlmann mit acht Treffern. Wichtiger Garant für den Punktgewinnen waren auch die beiden Torhüterinnen Janine Fleischer und Aleksandra Orowicz, die zusammen insgesamt 21 Bälle halten konnten.

„Der Punkt ist enorm wichtig für den Kopf und eine verdiente Belohnung für die harte Arbeit der Mädels. Tatsächlich war heute aber sogar mehr drin“, sagte HCL-Trainer Erik Töpfer nach dem Spiel. „Wir sind gut gestartet, haben uns dann aber durch zu viele Fehler kurz vor der Pause erneut einen deutlichen Rückstand eingehandelt. Umso stärker war unsere Reaktion in der zweiten Halbzeit, in der wir offensiv wie defensiv gezeigt haben, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt.“

Starke Anfangsphase, leichte Gegentore vor der Pause

Von Beginn an zeigte die hochmotivierte HCL-Mannschaft, die ohne die verletzten Spielerinnen Lisa Lammich und Laura Sophie Klocke auskommen mussten, dass sie das erste Pflicht-Sachsenderby seit mehr als fünf Jahren unbedingt für sich entscheiden wollten. Nach einem guten Start führten die Leipzigerinnen nach zehn Minuten mit 6:4 und hatten bei doppelter Überzahl (!) sogar mehrmals die Chance, die Führung auf drei Tore auszubauen – auch weil Torhüterin Janine Fleischer in dieser Phase drei Würfe in Folge halten konnte und acht Minuten ohne Gegentor blieb.

Weil die HCL-Spielerinnen aber - wie schon so oft in dieser Saison – mehrere gute Chancen liegen ließen, übernahmen die Zwickauerinnen mehr und mehr die Regie über das Spiel. Hinzu kam, dass Außenspielerin Jana Walther mit einer Knöchelverletzung vom Feld musste. Lautstark angefeuert von den Fans konnten die Gastgeberinnen das Spiel bis zum Stand von 9:9 ausgeglichen gestalten. Nach drei Gegentoren in Folge – zwei davon in Überzahl – zeigte die Anzeigetafel beim 9:12 erstmals in diesem Spiel drei Tore Rückstand für die Leipzigerinnen an – sehr zur Freude der etwa 150 Zwickauer Fans. Nach weiteren drei Gegentoren in Folge direkt vor der Pause hieß es aus Leipziger Sicht zur Halbzeit sogar 11:16.  

Tolle Moral, verdienter Punktgewinn

Nach der lautstarken Halbzeitansprache von Trainer Erik Töpfer kamen die Gastgeberinnen wie verwandelt zurück aufs Parkett. Angetrieben von einer bärenstarken Abwehr und Torhüterin Aleksandra Orowicz, die ihr Team mit spektakulären Paraden im Spiel hielt, konnten die Leipzigerinnen den Rückstand schnell auf zwei Tore verkürzen (14:16/34. Minute). Mehr als elf Minuten blieben sie ohne einen Gegentreffer aus dem Feld. Spätestens beim Anschlusstreffer von Pauline Uhlmann zum 17:18 (41. Minute) stand die Halle endgültig Kopf. In der Folgezeit lieferten sich beide Mannschaften ein spannendes Duell und wurden dabei lautstark von ihren Fans unterstützt. Immer wieder war das junge HCL-Team dicht am Ausgleich dran. Der gelang Marlene Tucholke dann in der 51. Minute mit ihrem Treffer zum 23:23. Eine Minute später musste Abwehr-Spezialistin Sharleen Greschner nach der dritten Zwei-Minuten-Strafe mit der Roten Karte vom Feld. Schnell erspielten sich die Zwickauerinnen in der Schlussphase wieder eine Zwei-Tore-Führung zum 26:24. Doch wieder kämpften sich die Gastgeberinnen zurück. Zwei Minuten vor Schluss sorgte Lara Tauchmann mit ihrem Treffer zum 27:26 sogar für die HCL-Führung. Eine Minute später traf die Zwickauerin Liv Navne von der Siebenmeter-Linie zum 27:27. Nach einer umstrittenen Stürmerfoul-Entscheidung im folgenden HCL-Angriff sicherte Aleksandra Orowicz in der Schlusssekunde mit ihrer insgesamt elften Parade den verdienten Punktgewinn.

„Für uns ist es auf jeden Fall ein gewonnener Punkt, auf den wir sehr stolz sind. Natürlich wäre auch ein Sieg möglich gewesen, aber gerade in den entscheidenden Situationen haben wir wieder ein bisschen Lehrgeld bezahlt. Da fehlt uns noch ein bisschen die Coolness. Ich bin superstolz auf die Mannschaft, dass wir in der zweiten Halbzeit mit so viel Emotionalität wieder rangekommen sind und noch diesen Punkt geholt haben“, freute sich Kapitänin Pauline Uhlmann nach dem Spiel.

Weiter geht es für die HCL-Handballerinnen am kommenden Sonntag, den 8. November, um 14.30 Uhr mit dem nächsten Ost-Derby. Dann wartet auf das junge Leipziger Team beim Thüringer HC, einem der Topteams der Liga, eine anspruchsvolle Herausforderung.

HC Leipzig

Aleksandra Orowicz (11 Paraden), Janine Fleischer (10); Pauline Uhlmann (8 Tore/0 Siebenmeter), Marlene Tucholke (7/2), Lara Tauchmann (4), Alina Gaubatz (3), Jana Walther (2/1), Wiebke Meyer (2), Sharleen Greschner (1/Rote Karte, 52. Minute), Kim Angelina Lang, Jasmin Eckart, Emely Theilig, Emma Niemann, Lilly Glimm.

Siebenmeter:
HCL 3/5, Zwickau 5/8.

Strafminuten:
HCL 14, Zwickau 12.

Zuschauer: 1200.