Handball-Zweitligist HC Leipzig holt Linkshänderin Wiebke Meyer vom Ligakonkurrenten HL Buchholz 08-Rosengarten, für den sie seit 2022 spielt, zurück in die Messestadt.
Die dann 23-jährige wird ab Sommer die Sächsinnen auf der Position Halbrechts verstärken. Für Wiebke ist es eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, in der sie von 2019 bis 2022 zur Bundesligaspielerin reifte. Mit ihrer immensen Wurfgewalt war sie 2021 maßgeblich am Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der A-Jugend beteiligt. Das Handballspielen erlernte Meyer zuvor in ihrem Heimatverein TV Oyten, in der Nähe von Bremen. Nach der Saison 2021/22 wechselte Wiebke zum damaligen Bundesligaabsteiger Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten, bei dem sie sich beachtlich weiterentwickelte, zur Führungsspielerin avancierte und das Team schließlich als Kapitänin anführt.
Der Schritt nach Leipzig ist für Wiebke Meyer folgerichtig. „Ich habe nach meiner Entscheidung, den Verein 2022 zu wechseln, nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass es mich früher oder später zurück nach Leipzig ziehen wird. Genauso richtig, wie der Schritt damals war zu gehen, fühlt es sich nun an zurückzukommen. Es ist schön, dass auch der Verein mich nicht aus den Augen verloren hat, sodass ich nach drei Jahren wieder für den HCL auflaufen kann. Ich freue mich auf neue Mitspielerinnen, das Wiedersehen mit alten Bekannten und bin gespannt, was wir gemeinsam erreichen können.“
Der HC Leipzig arbeitet zielstrebig am Team der Zukunft, mit dem es wieder in die Bundesliga gehen soll. Dabei spielt Wiebke Meyer, die einen Vertrag bis 2027 unterschrieben hat, eine gewichtige Rolle für Cheftrainer Erik Töpfer. Vizepräsident Max Berthold freut sich über die gelungene Rückholaktion: „Wiebke ist ein HCL-Gewächs und hat die HCL-DNA schon in sich. Außerdem erweitert sie unsere taktischen Möglichkeiten im Angriff, da sie Wurfgefahr aus dem Rückraum ausstrahlt. Zuletzt erhoffen wir uns auch eine Weiterentwicklung in der Abwehr, da sie auch dort Stärken hat. In Rosengarten ist sie zu einer Führungspersönlichkeit gereift, das wird unserer jungen Mannschaft gut tun.“
HC Leipzig – Bergischer HC 23:19 (10:12)
In der 2. Bundesliga schlagen die Frauen des HC Leipzig den Bergischen HC mit 23:19 und revanchieren sich in eigener Halle für die Hinspiel-Niederlage vom zweiten Spieltag.
Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, weil die Blau-Gelben freiwillig auf Stammkräfte verzichteten und mit nur vier Wechselspielerinnen antraten. Zusammen mit den vier Offiziellen war ungewöhnlich viel Platz auf der Bank. Die A-Jugend gewann derweil in der Meisterrunde der Jugendbundesliga bei der SG Schozach-Bottwartal mit 37:19, qualifiziert sich damit für das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft. Im abschließenden Spiel bei Borussia Dortmund geht es um den Gruppensieg.
Zurück zur Frauenmannschaft: Dass es am Ende ein ungefährdeter Heimsieg geworden ist, lag an der deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit. Nach den mäßigen ersten 30 Minuten mit großen Lücken im Abwehrverbund und vor allem einer ungenügenden Chancenverwertung, was unseren Mädels in der Pause einen Einlauf von Trainer Erik Töpfer einbrachte, ging ein Ruck durch die Mannschaft. Töpfer: „Zu Beginn konnten wir die besprochenen Sachen nicht umsetzen. Gegen ebenfalls ersatzgeschwächte Gäste haben wir zuviele falsche Entscheidungen getroffen, zu oft klein gegen klein gespielt und uns beim Abschluss zu viele Gedanken gemacht.“ Die Wende im Spiel gelang ausgerechnet in doppelter Unterzahl, beim Stand von 10:12. Der BHC erspielte sich eine Torchance am Kreis, die nur durch ein Foul von Hanna Ferber-Rahnhöfer verhindert wurde. Konsequenz: Strafwurf für die Gäste und Zeitstrafe gegen Ferber-Rahnhöfer. Leipzigs Sportlerin des Jahres 2024 Nele Kurzke hält den Siebenmeter von Djazzmin Trabelsi und wird aufgrund ihrer überbordenden Freude mit einer Zeitstrafe belegt. Eine kuriose Entscheidung. In doppelter Unterzahl gelingt Juliane Peter der Anschluss. Der nächste Siebenmeter der Gäste gegen Janine Fleischer landet am Pfosten. Alina Gaubatz gleicht zum 12:12 aus, Joanna Granicka erzielt die Führung und die doppelte Lara Tauchmann erhöht auf 15:12. Das alles innerhalb von sieben Minuten. Getragen von den euphorischen Fans bringen unsere Mädels das Spiel sicher nach Hause.
Der HCL hat sich den Sieg mit einer tadellosen kämpferischen Einstellung, mit einer starken Deckung, aus der Sophie Pickrodt herausragte sowie mit einer souveränen Nele Kurzke verdient.
HC Leipzig
Nele Kurzke, Janine Fleischer; Pauline Uhlmann (1), Lara Seidel (3), Kim Angelina Lang (1), Juliane Peter (2), Alina Gaubatz (2), Hanna Ferber-Rahnhöfer (2), Sophie Pickrodt, Joanna Granicka (7/5), Lara Tauchmann (5)
Bergischer HC
Natascha Krückemeier, Lena Zakszewski; Leonie Kockel (3), Henriette Clauberg (5/3), Franziska Thomas (3), Lucy Krahwinkel (2), Djazzmin Trabelsi (1/1), Vesna Tolic, Johanna Stockschläder (1), Lea Friederike Albers (4), Yara Vlaswinkel, Lea Liebetrau
Siebenmeter
HCL 5/7; BHC 4/6
Strafminuten
HCL 4; BHC 8
Zuschauer 533

Nele Kurzke in Aktion

Lara Tauchmann setzt sich durch

Pauline Uhlmann erfolgreich

Fotos Robby Kunze (Titel Sophie Pickrodt und Hannah Ferber-Rahnhöfer)

Die ausgezeichnete Nachwuchsarbeit des HC Leipzig trägt weitere Früchte, die wiederum den eigenen Bundesligakorb füllen. Nachwuchstalent und U18-Nationalspielerin Jana Walther, 17 Jahre alt, bleibt zwei weitere Jahre eine Leipzigerin.
Jana kam mit 12 Jahren 2019 aus Oschatz nach Leipzig, an die Eliteschule des Sports und ist damit durchaus ein Eigengewächs. Das Handball-ABC erlernte sie zuvor beim SHV (Sächsischer Handballverein) Oschatz. In der aktuellen Saison spielt sie als eine der jüngsten im Bundesligateam von Erik Töpfer, ist quasi direkt aus der B-Jugend und als frisch gekürte Deutsche Meisterin in die Damenmannschaft aufgerückt. In dieser hat sie sich mit guten Leistungen Einsatzzeiten erarbeitet und bildet mit Pauline Uhlmann ein starkes Duo auf der Rechtsaußenposition, was die Möglichkeiten des Trainers ungemein erweitern. Dieser freut sich auf die weitere Zusammenarbeit: „Jana ist die Spielerin mit dem besten Wurfrepertoire und besonderen Stärken in der Abwehr, was sie in den vergangenen Spielen gezeigt hat. Sie hat in ihrer Entwicklung einen Riesenschritt gemacht, wächst immer besser in die Mannschaft und hilft uns schon jetzt sehr. Ich habe richtig Bock mit ihr und den anderen jungen Talenten zusammenzuarbeiten.“
Jana Walther hat ebenfalls Bock und sieht sich auf dem richtigen Weg: „Ich bin vor sechs Jahren nach Leipzig gekommen, mit dem Ziel in der Bundesliga zu spielen. Mit der Vertragsverlängerung rückt dieses Ziel immer näher. Da auch der Verein und wir Spielerinnen die Zielsetzung 1. Bundesliga verfolgen. In Leipzig habe ich die besten Voraussetzungen mich selbst weiterzuentwickeln und noch sehr viel zu lernen. Das Team ist der Wahnsinn, egal ob Spielerinnen oder Staff, man fühlt sich wie in einer Familie und mit unseren Fans haben wir auch die beste Unterstützung, die man sich wünschen kann. Ich freue mich riesig auf die nächsten zwei Jahre mit dem Team und denke wir werden auch unser Ziel erreichen, wenn wir jeden Tag alles dafür investieren. Wir sind ein sehr junges Team mit riesen Potenzial und ich glaube, das wir an den gestellten und noch kommenden Herausforderungen wachsen werden und genau das möchte ich, weshalb ich mich für die Vertragsverlängerung entschieden habe.“
Am Sonntag empfängt der HC Leipzig den Bergischen HC zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga.
Das Spiel Dritter gegen Fünfter verspricht Spannung, Emotionen und gute Handballkost. Der Aufsteiger, der bereits vor der Saison mit zielgerichteter Personalpolitik Schlagzeilen machte und sich im Winter nochmal prominent verstärkt hat, gehört aktuell zu den führenden Zweitligisten. Mit einem Spiel weniger und 21:9 Punkten könnten die Gäste mit einem Erfolg mit den Leipzigerinnen gleichziehen.
Das wollen die Erik-Töpfer-Schützlinge verhindern und sie wollen sich für die Hinspiel-Niederlage revanchieren. Mit den eigenen Fans im Rücken und vor allem mit der stetig wachsenden Leistungsstärke und Spielfreude kann das gelingen.
HCL-Trainer Töpfer: „Wir haben gegen den BHC noch eine Rechnung offen, hatten das Hinspiel schon gut unter Kontrolle gehabt und hintenraus durch eigene Fehler hergegeben. Dieses Wochenende ist für den HCL spannend, da die Bundesliga, die A-Jugend und das Juniorteam gleichzeitig spielen. Deshalb werden wir keine der A-Jugendspielerinnen im Kader haben. Das heißt, wir müssen uns in der verbleibenden Zeit noch etwas einspielen. Spielerinnen, die zuletzt weniger gespielt haben, werden diesmal mehr spielen. Für den Gegner sind wir ein Stück unausrechenbar, da wir in dieser Konstellation noch nicht zusammengespielt haben. Darauf kann man gespannt sein.“
Eintrittskarten gibt es für 12 Euro im Vorverkauf oder an der Tageskasse.
Der vierte Sieg im vierten Spiel sowie der Sprung auf den dritten Platz der 2. Bundesliga. Das Jahr 2025 beginnt erfolgreich und vielversprechend für die Töpfer-Schützlinge.
Diesen Erfolg im Tigerkäfig Waiblingen haben sich die Leipzigerinnen mit einer bärenstarken Leistung erarbeitet. Angetrieben von der überragenden Joanna Granicka, die einerseits mit ihren 11 Toren nunmehr 105 Saisontore aufzuweisen hat und damit auf Platz drei der Torschützenliste steht. Andererseits setzte sie mit brillanten Anspielen permanent ihre Nebenleute ein. Besonders Lara Tauchmann (6 Tore), Hannah Ferber-Rahnhöfer (2), Lisa Lammich (2) und Pauline Uhlmann (4) konnten die Vorlagen verwerten. Über 60 Granicka-Assists wurden in den bisherigen Spielen registriert. Ein Spitzenwert. Bemerkenswert war die Treffsicherheit unserer Mädels mit einer Wurfquote von 71 Prozent. Spitze vor allem Lara Tauchmann mit 100 Prozent, aber auch Joanna Granicka 85 Prozent, Pauline Uhlmann und Lilly Glimm mit einer 80-prozentigen Ausbeute waren überdurchschnittlich gut.
Die ersten 10 Minuten in Waiblingen waren ziemlich ausgeglichen (6:6). Durch Treffer von Granicka, Gaubatz, Tauchmann und Uhlmann setzten sich die Gäste auf 10:6 ab. Davon ließen sich die Tigers allerdings nicht beeindrucken. Mit einem furiosen 6:0-Lauf drehten sie das Spiel auf 12:10/21. Minute. Mit einer Auszeit versuchte Erik Töpfer einiges im HCL-Spiel zu korrigieren. Mit Erfolg. Die Messestädterinnen erhöhten das Tempo, spielten druckvoll wie präzise und hatten zur Pause die Nase vorn (16:15).
Nach dem Wechsel fand zunächst der VfL die besseren Lösungen und ging folgerichtig mit 17:16 in Führung. Es sollte die letzte im Spiel sein. Dreimal Granicka, zweimal Tauchmann sowie Ferber-Rahnhöfer erzielten zwischen der 33. und 40. Minute mit einem 6:0-Lauf und dem 22:17 eine Vorentscheidung. Wesentlichen Anteil an dieser Wende und letztlich am überzeugenden Sieg hatte Janine Fleischer, die ab der 22. Minute im Tor der Leipziger stand und mit ihren Paraden, darunter fünf gehaltene Siebenmeter, den Tigers die Zähne gezogen hat. Eine klasse Leistung!
Der HCL spielt derzeit überzeugend und freut sich nun auf das Heimspiel gegen den Bergischen HC, am kommenden Sonntag 16 Uhr. Das Spiel Dritter (23:9 Punkte) gegen den Fünften (21:9 Punkte) wird ein echtes Spitzenspiel.
VfL Waiblingen
Norregaard Thomsen, Antonia Thurner; Vivienne Hildebrandt, Isabel Toth (4), Belen Gettwart (2/1), Isabel Kattner (5), Lena Klingler (1), Samira Brand (2), Annika Walz, Kimberly Eileen Gisa (2), Julia Herbst, Maxime Luber (5), Laura Nagy (2), Maren Beatrice Keil (5)
HC Leipzig
Nele Kurzke, Janine Fleischer; Pauline Uhlmann (4), Lara Seidel (1), Kim Angelina Lang, Juliane Peter, Alina Gaubatz (1), Laura Klocke (2), Hanna Ferber-Rahnhöfer (2), Sophie Pickrodt, Joanna Granicka (11/5), Lilly Glimm (4), Marlene Tucholke (1), Lara Tauchmann (6), Lisa Lammich (2)
Siebenmeter
VfL 1/6; HCL 5/5
Strafminuten
VfL 4; HCL 6
Zuschauer 322

Überragende Janine Fleischer

Lara Tauchmann setzt sich durch

Lisa Lammich erfolgreich

Parade von Nele Kurzke

Fotos Robby Kunze (Titel Joanna Granicka)
In der nächsten Folge von Fuchs, Tiger & Co. wechseln die Handballerinnen des HC Leipzig direkt vom Fuchsbau Berlin-Charlottenburg in den Tigerkäfig Rundsporthalle Waiblingen, in dem der VfL Waiblingen „Tigers“ seine Heimspiele in der 2. Bundesliga austrägt.
Können die Messestädterinnen auch im Süden an die gute Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen? Behalten unsere Mädels um Kapitänin Pauline Uhlmann 2025 ihre weiße Weste? Hat Cheftrainer Erik Töpfer wieder einen genialen Plan für das Auswärtsspiel entworfen? Wirft Asia Granicka ihr 100. Tor dieser Saison? Vereiteln Nele Kurzke und Janine Fleischer erneut reihenweise die Torchancen der Gegnerinnen? Kann die formstarke und pfeilschnelle Jana Walther, nach der in Berlin erlittenen Verletzung, wieder mitspielen? Werden die mitreisenden Fans für ihre grandiose Unterstützung mit einem emotionalen Spiel und einem Sieg ihrer Lieblinge belohnt?
All diese Fragen werden am Sonnabend ab 17:30 Uhr in der Rundsporthalle Waiblingen beantwortet. Sportdeutschland.tv überträgt die Sendung im Livestream ab 17:15 Uhr.
https://sportdeutschland.tv/vfl-waiblingen/2-hbf-vfl-waiblingen-vs-hc-leipzig-0
Leipzigs Trainer Erik Töpfer sieht den VfL Waiblingen körperlich seinen Spielerinnen überlegen und er verweist auf deren Rückraumshooter. „Die Spielweise des VfL liegt uns nicht so sehr. Sie spielen sehr lange Angriffe, werfen überlegt aufs Tor. Wir dürfen keine Lücken offenbaren, müssen sehr konzentriert bleiben und keine Denkpausen einlegen. Mit einer stabilen Deckung und gewonnen Bällen können wir unser Tempospiel nutzen. Aus dem Positionsangriff wird es schwer, da könnte es gegen robuste Abwehrspielerinnen weh tun. Der Gegner ist deutlich erfahrener als wir, aber auch deutlich langsamer. Das vor allem müssen wir nutzen.“
Füchse Berlin - HC Leipzig 26:29 (9:10)
Mit einer souveränen und sehr erwachsenen Vorstellung erbeutet das jüngste Team der 2. Handball-Bundesliga beide Punkte beim Dritten Füchse Berlin und schließt mit 21:9 Punkten zu den Berlinern auf.
So überraschend kommt das jetzt nicht, denn es wurde im Vorbericht vom HCL-Cheftrainer Erik Töpfer angekündigt. Die Mannschaft hat den im Training intensiv erarbeiteten und vom Trainerteam erdachten Matchplan eindrucksvoll umgesetzt. Wunderbar, wenn ein Plan funktioniert, wenn Spielerinnen genau wissen was zu tun ist, wenn sich alle an die Vorgaben halten, wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden, wenn in kniffligen Situationen gekämpft und wenn mit mentaler Stärke das Ziel im Fokus bleibt.
Unsere Mädels haben sich den Sieg in der Hauptstadt redlich verdient, lagen ab der 22. Minute ständig vorn und ließen die Susann-Müller-Schützlinge nie näher als auf ein Tor aufschließen, 17:18/43. Minute, 18:19/44. Minute und zuletzt beim 19:20 durch Julie Litholt nach 45 Minuten. Besonders in diesen Phasen spielten wir clever über die Außen. Zweimal Lilly Glimm, viermal Jana Walther hintereinander vollendeten die perfekt gespielten Angriffe. Am Ende stand die Teenager-Flügelzange im Spielbericht mit sieben Toren von Jana Walther (17 Jahre) und fünf Toren von Lilly Glimm (18 Jahre) ganz vorn. Leipzigs vier Außen steuerten über die Hälfte aller Tore bei (insgesamt 15, Pauline Uhlmann zwei und Alina Gaubatz einen Treffer). Aber ohne den furiosen Auftritt Aller in der Abwehr, wäre es nicht gegangen. Ganz stark wurde verteidigt, die Lücken zugeschoben, die Würfe aus dem Rückraum geblockt, die Laufwege versperrt und immer wieder Bälle abgefangen. Nele Kurzke hielt am Beginn unnachahmlich, darunter vier Siebenmeter. Janine Fleischer war in der 2. Halbzeit ein sicherer Rückhalt. Insgesamt eine reife Mannschaftsleistung, auch wenn gerade in der 1. Halbzeit zu viele Fehlwürfe und technische Fehler zu beobachten waren. Allerdings auf beiden Seiten. Auch Berlin begann offensichtlich nervös und versagte im Abschluss. Nur neun Tore in einer Halbzeit sind extrem wenig für ein Bundesligaspiel.
HCL-Trainer Erik Töpfer: „Es war ein typisches Derby, sehr emotional und kampfbetont. Die erste Halbzeit war von den Abwehrreihen geprägt, was den Angriff schlechter aussehen lies. Wir haben uns auf unser Spiel konzentriert, wollten bei uns bleiben und in den Flow kommen. Fehler haben wir weggesteckt, wir haben einfach weitergemacht und uns das Glück erarbeitet. Wir konnten das Vorbereitete mutig und konsequent umsetzen. Deshalb bin ich stolz auf die Mannschaft. Natürlich gibt es noch viel zu verbessern, aber was die Mentalität angeht, wie wir das Spiel von einem etwas schlechteren Start, immer besser werdend, bis zum starken Finale gestaltet haben, lässt hoffen. Das wollen wir weiter entwickeln.“
Füchse Berlin
Natalia Kruppa, Ela Szott; Valeria Martin Negrin, Farelle Alicia Njinkeu (5), Lara-Sophie Fichtner, Lucy Gündel (6), Angela Cappellaro (1), Ann-Catrin Hobbel, Julie Litholt (1), Jonna Schaube (5), Alissa Katarina Werle (2), Leoni Bassiner (1), Linea-Sophie Höbbel (5/3), Michelle Stefes
HC Leipzig
Nele Kurzke, Janine Fleischer; Pauline Uhlmann (2), Lara Seidel (4), Jana Walther (7), Kim Angelina Lang, Juliane Peter, Alina Gaubatz (1), Laura Klocke, Hanna Ferber-Rahnhöfer, Sophie Pickrodt, Joanna Granicka (4/2), Lilly Glimm (5), Marlene Tucholke (3), Lara Tauchmann (1), Lisa Lammich (2)
Siebenmeter
Berlin 3/7; HCL 2/2
Strafminuten
Berlin 1 Disqualifikation; HCL 4
Zuschauer 294

Jana Walther erfolgreich

Lilly Glimm beim Wurf

Lara Seidel setzt sich durch

grenzenloser Jubel

Fotos Robby Kunze (Titel Jana Walther, Nele Kurzke und Kim Angelina Lang)
Die Handballerinnen des HC Leipzig gastieren in der 2. Bundesliga beim Hauptstadtklub Füchse Berlin.
Das Ostderby ist bereits das Dritte dieser Saison. Die ersten beiden gingen gegen Rödertal und Halle in eigener Halle verloren. Zur richtigen Einordnung: Union Halle-Neustadt ist mit 26:2 Punkten souveräner Tabellenführer, gefolgt vom HC Rödertal mit 23:5 Punkten. Knapp dahinter stehen die Füchse Berlin mit 22:6 auf dem dritten Platz. Der HC Leipzig hält als Vierter mit 19:9 Punkten Anschluss an die Spitzengruppe.
Ein Novum in der Bundesliga, dass alle vier Ostklubs vereint an der Spitze stehen und möglicherweise den einen Aufsteiger in die Beletage des deutschen Handballs unter sich ausmachen werden. Für uns geht es in Berlin um wichtige Punkte. Nach den beiden Heimerfolgen im Rücken, fahren wir zwar gestärkt aber trotzdem als Außenseiter nach Berlin. Die Füchse haben erst ein Spiel zu Hause verloren, am ersten Spieltag gegen den Aufsteiger Bergischer HC. Wir dagegen haben auswärts erst ein Spiel verloren, am zweiten Spieltag gegen wen? Genau, gegen Aufsteiger Bergischer HC. Eine interessante Konstellation, auch mit Blick auf die Tabelle. Entweder die Sächsinnen schließen mit einem Sieg zu den Berlinern auf oder die Füchsinnen vergrößern ihren Vorsprung auf Leipzig.
Diese Überlegungen spielen für HCL-Cheftrainer Erik Töpfer keine Rolle. Der Trainer kann fast mit dem kompletten Kader trainieren und versprüht Optimismus: „Für uns ist Berlin ein schweres Eisen. Das wollen wir jetzt brechen. Entsprechend intensiv und fokussiert gestaltet sich unsere Trainingswoche. Die ersten Einheiten waren sehr positiv. Wir wollen ein zwei Specials für Berlin vorbereiten, um den Gegner auch vor neue Aufgaben zu stellen. Sei es in der Abwehr oder im Angriff. Wir sind uns bewusst, dass wir auf den Punkt spielen müssen, mit aller Leidenschaft, mit aller Disziplin, um was mitnehmen zu können. Die Mannschaft will endlich den Bock umstoßen und diesmal zwei Punkte aus der Hauptstadt entführen. Das ist das Ziel und ich bin nach dem letzten Training guter Dinge, dass wir das machen werden.“
Angepfiffen wird die Begegnung um 19:30 Uhr in der Sporthalle Charlottenburg.
Sportdeutschland.tv überträgt im Livestream ab 19:15 Uhr.
https://sportdeutschland.tv/fuechse-berlin-frauen/2-hbf-fuechse-berlin-vs-hc-leipzig-0
Auch im zweiten Spiel des Jahres erzielten die Erik-Töpfer-Schützlinge einen überzeugenden Heimerfolg.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten und vergeblichen Angriffsbemühungen, die die Bretzenheimer allerdings souverän verteidigten, musste der HC Leipzig einem 0:2-Rückstand hinterherlaufen. Marlene Tucholke, Hanna Ferber-Rahnhöfer und schließlich Joanna Granicka von der Sieben-Meter-Linie schafften die erste Führung in der sechsten Minute (3:2). Mainz-Bretzenheim blieb hartnäckig dran und schaffte immer wieder den Ausgleich, zuletzt zum 7:7 nach einer viertel Stunde. Danach drehten die Messestädterinnen so richtig auf und brachten mit einem Sechs-Tore-Lauf und dem 13:7 in der 25. Minute eine deutliche Distanz zwischen sich und den Gästen. Mit 18:13 wurden die Seiten gewechselt.
Auch in der zweiten Halbzeit spielten die Leipzigerinnen zielstrebig, dynamisch und erfolgreich. Nach 43 Minuten waren beim 26:14 die Messen gelesen. Konzentriert und seriös spielte der HCL zu Ende und konnte einen Sieg mit 12 Toren Unterschied verbuchen. 11 der 16 Leipziger Spielerinnen trugen sich in die Torschützinnenliste ein, was die Breite des Kaders eindrucksvoll bestätigt. Zum positiven Ergebnis trugen auch alle anderen bei. Nele und Nine (Kurzke und Fleischer) hielten viele Bälle und Juliane Peter, Alina Gaubatz sowie Sophie Pickrodt arbeiteten in der Abwehr bravourös.
Ein zufriedener Leipziger Trainer Erik Töpfer resümierte in der Pressekonferenz: „Nach der guten zweiten Halbzeit gegen Lintfort wollten wir heute von Anfang an ordentlich performen.
Weshalb ich auf die eingespielte Formation zurückgegriffen haben. Das gibt den Mädels die nötige Sicherheit. Nach der überzeugenden Trainingswoche hatte ich vor dem Spiel ein gutes Gefühl. Schließlich haben wir unser Tempospiel durchgebracht und am Ende konnten wir noch einiges probieren. Unsere Stärke ist das Team, was auch an den vielen Torschützinnen zu sehen ist. Alle hatten es verdient zu spielen. Technische Fehler unterlaufen uns immer noch viel zu viele. Diese passieren vor allem durch schlechtes Timing. Daran arbeiten wir im Training.“
Katrin Schneider, Cheftrainerin der TSG Mainz-Bretzenheim, ärgerte sich über die Höhe der Niederlage: „Der HCL ist zu Hause eine Hausnummer. Trotzdem war die Niederlage am Ende zu hoch, denn wir haben vor allem in der ersten Halbzeit relativ gut gespielt, vor allem in der Abwehr. Am Ende fehlte uns die Überzeugung. Einiges war heute gut, einiges nicht so gut. Wir werden die guten Dinge festhalten und versuchen diese ins nächste Heimspiel mitzunehmen.“
HC Leipzig
Nele Kurzke, Janine Fleischer; Pauline Uhlmann (2), Lara Seidel (2), Jana Walther (4), Kim Angelina Lang (2), Juliane Peter, Alina Gaubatz, Laura Klocke (2), Hanna Ferber-Rahnhöfer (4), Sophie Pickrodt, Joanna Granicka (7/4), Lilly Glimm (3), Marlene Tucholke (3), Lara Tauchmann (1), Lisa Lammich (3)
TSG Bretzenheim
Lisa Fahnenbruck, Aurora Kryeziu; Lisa Noack (4), Jana Vogt (1), Carina Gangel (5), Josefine Schneiders (2), Linda Bach, Lea Helle (2), Anne Thierfelder, Lisa Korth, Julie Jacobs (5), Sarah Kohrt, Antonia Hölzer (2), Carolin Hahn
Siebenmeter
HCL 4/5; TSG 1/3
Strafminuten
HCL 6; TSG 6
Zuschauer 406

Jana Walther im Konter

Kim-Angelina Lang unter Bedrängnis

Lara Tauchmann beim Wurf
Fotos Robby Kunze (Titel: Hanna Ferber-Rahnhöfer)
Die 22-jährige Hanna Ferber-Rahnhöfer hat ihren Vertrag beim HC Leipzig um zwei Jahre verlängert und trägt bis mindestens 2027 die blau-gelben Vereinsfarben.
Hanna kam 2019 vom SV Werder Bremen nach Leipzig an die Eliteschule des Sports, spielte zunächst beim Kooperationspartner SC Markranstädt in der Dritten Liga (Zweitspielrecht), wurde behutsam und nachhaltig für höhere Aufgaben aufgebaut. Mit großem Erfolg. Seit Jahren bildet sie gemeinsam mit Sharleen Greschner ein kongeniales Duo auf der Kreisposition und im Abwehrzentrum des HCL, praktisch im Maschinenraum der Sächsinnen. Auch in diversen Nachwuchs-Nationalmannschaften konnte sie überzeugen.
HCL-Cheftrainer Erik Töpfer: „Hanna ist eine unserer ältesten Spielerinnen. Eine Frohnatur, was gut für die Mannschaft ist. Sie kann aber auch auf den Tisch hauen, woran sich die Jungen stets orientieren können. Sie hat im Team eine hohe Vorbildfunktion. Hanna ist im Angriff und der Abwehr eine große Stütze für uns. Vor allem im Angriff ist im Vergleich zu Sharli und Laura eine etwas mobilere Spielerin, was uns enorm hilft. In den kommenden zwei Jahren können wir uns auf die besonderen Stärken von Hanna freuen.“
Hanna Ferber-Rahnhöfer, die als Physiotherapeutin beim Partner ARZ St. Elisabeth arbeitet, fühlt sich in der sächsischen Metropole sehr wohl: „Ich freue mich sehr, die nächsten zwei Jahre hier beim HCL und in Leipzig zu verbringen. Dies bietet mir die Chance meine sportlichen und privaten Interessen in Leipzig weiter zu vereinen. Ich bin gespannt und freue mich darauf, mein Wissen und meine Erfahrung an die jüngeren Spielerinnen weiterzugeben. Es ist eine tolle Herausforderung, die mich motiviert sowohl persönlich als auch als erfahrene Spielerin weiter zu wachsen.“
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