Der HC Leipzig und die polnische Rückraumspielerin Joanna Granicka haben den laufenden Vertrag bis 2025 verlängert.
Mit der Vertragsverlängerung von Joanna Granicka gelang dem Leipziger Zweitligisten eine ganz wichtige Personalie auf der zentralen Mittelposition. Schließlich gehört sie zu den Gesichtern der Saison 2023/2024. Ihr Name ist eng mit dem sportlichen Aufschwung unter Trainer Erik Töpfer verbunden. Dieser betont: „Asia setzt meine Spielphilosophie sehr gut um und hat das Auge für ihre Mitspielerinnen, was 42 Assists belegen. Ich bin froh, dass sie bei uns bleibt und wir ihre Entwicklung begleiten dürfen. Asia bildet mit Emy (Emely Theilig, Anm.) eine starke Mitte. Sie soll in der kommenden Saison den nächsten Schritt gehen und die Mannschaft anführen.“
Joanna Granicka kam 2022 von Varsovia Warschau zum HCL und erzielte in diesem Spieljahr bereits 170 Tore, davon 91 Siebenmeter.
Sie selbst fühlt sich in Leipzig sehr wohl: „Ich bin mit meiner Entwicklung zufrieden. Wir haben eine junge Mannschaft mit viel Potential, wir arbeiten gut zusammen und wir verstehen uns. Deshalb haben wir zusammen Spaß. Vom Trainer erhalte ich viel Vertrauen, was man an den gestiegenen Einsatzzeiten sieht. Ich arbeite jeden Tag hart, um das Vertrauen zu rechtfertigen und um zu zeigen was ich kann. Außerdem möchte ich mich weiterentwickeln. Sehr motivierend ist die Stimmung in unserer Halle. Die Fans unterstützen uns fantastisch. Das ist ein tolles Gefühl.“
Die HCL-Familie freut sich auf die kommende Bundesliga-Saison mit Joanna „Asia“ Granicka.
HC Leipzig – ESV 1927 Regensburg 33:25 (18:11)
In der 2. Handball-Bundesliga gewannen die Handballerinnen des HC Leipzig das Endspiel um den dritten Platz gegen den ESV Regensburg mit 33:25 (Halbzeit 18:11).
Damit haben unsere Frauen diesen begehrten dritten Platz hinter dem Bundesliga-Aufsteiger Frisch Auf Göppingen und dem HC Rödertal zurückerobert, punktgleich mit der TG Nürtingen und besitzen realistische Chancen die Saison als Dritter abzuschließen.
Möglich wurde das durch eine couragierte Leistung vor 425 begeisterten Zuschauern in der heimischen Brüderstraße. Taktisch hervorragend eingestellt, waren die Messestädterinnen von Beginn an tonangebend, zupackend in der Deckung und kombinationsstark im Angriff stellten sie die Gäste immer wieder vor Aufgaben, die die Schützlinge von Trainer Bernhard Goldbach nicht lösen konnten. Bereits in der ersten Halbzeit setzte sich der HCL kontinuierlich ab und hatten beim Seitenwechsel einen beruhigenden 18:11-Vorsprung.
Beide Trainer kamen in ihrem Resümee zu ähnlichen Aussagen: Bernhard Goldbach (ESV): “Wir hatten uns viel mehr vorgenommen, haben es aber über das gesamte Spiel nicht geschafft, dies umzusetzen. Der Sieg des HCL ist auch in dieser Höhe verdient. Der Ausfall unserer Torhüterin in der 21. Minute war sehr schmerzlich.” Tatsächlich hatte Leipzig in den ersten 20 Minuten sehr viele Fehlwürfe. Beim 11:7 wurde Lara Seidel bei einem Durchbruch von Marleen Kadenbach gefoult, weshalb ihr Wurf unkontrolliert am Kopf von Stephanie Lukau landete, die verletzt ausschied. Eine unglückliche Aktion. Alle Leipziger hoffen, dass die Verletzung nicht so schlimm ist und wünschen Stephanie alles Gute. Trainer Erik Töpfer: “Wir hatten am Anfang viel zu viele Fehlwürfe, haben aber zunehmend gute Lösungen in Kleingruppen gefunden. Es war die richtige Reaktion der Mannschaft auf eine spezielle Trainingswoche, mit der ich nicht zufrieden war. Unsere Abwehr war heute konstanter, die Abläufe automatisiert. Das Tempospiel mit dem Ball war gut und wirkungsvoll. Mit der Effektivität war ich nicht zufrieden.“
Die Chancenverwertung ist ausbaufähig. Das ist in den letzten beiden Spielen (im Heimspiel gegen den TSV Nord Harrislee am kommenden Sonnabend 18 Uhr und beim Aufsteiger FA Göppingen am letzten Spieltag auch notwendig um den dritten Platz zu behalten.
HC Leipzig
Elia Garcia Canabate, Nele Kurzke; Pauline Uhlmann (2), Lara Seidel (7/2), Emma Gutseel, Patricia Nikolic (5), Jennifer Hofmann, Emely Theilig (3), Alina Gaubatz (3), Elisabeth Eckardt, Hannah Ferber-Rahnhöfer (3), Jenny Illge (2), Sharleen Greschner (1), Joanna Granicka (7)
ESV Regensburg
Joelle Arno, Stephanie Lukau; Leni Goldbach, Theresa Lettl (4), Julia Drachsler (3), Carina Vetter (2), Nicole Schiegerl, Franziska Peter (4/2), Sara Mustafic, Annalena Kessler (1), Caroline Härtl, Maxie-Leonie Fuhrmann (1), Johanna Brennauer, Lisa Fuchs (2), Marleen Kadenbach (3), Carolin Hübner (5/1)
Siebenmeter
HCL 2/4; ESV 3/4
Strafminuten
HCL 4; ESV 8
Zuschauer 425



Fotos Robby Kunze
SG 09 Kirchhof - HC Leipzig 24:28 (9:11)
Am 27. Spieltag der zweiten Handball-Bundesliga gewann der HC Leipzig sein Auswärtsspiel bei der SG 09 Kirchhof mit 28:24 (Halbzeit 11:9).
Es war die erwartet schwere Aufgabe, weil der Gegner mit viel Herzblut und Willenskraft in das Spiel startete. Sie stehen nach wie vor auf einem Abstiegsplatz und bräuchten dringend die Punkte. Nach sieben Minuten stand es dann auch 4:1 für die Gastgeber. Dem 1:0 durch Nele Weyh folgten drei Tore der unwiderstehlichen Deborah Spatz (10 Tore). Erst nach 15 Minuten ging Leipzig durch Pauline Uhlmann zum ersten Mal in Führung (6:5). Pauline Uhlmann schaffte dann kurz vor der Pause eine Zwei-Tore-Führung. Im zweiten Durchgang gewannen unsere Mädels langsam die Oberhand, angetrieben vor allem von der seit Wochen dynamischen und Zielsicheren Joanna Granicka, die insgesamt 11 Tore erzielte.
Insgesamt war das Spiel eine zähe Angelegenheit, aber erfolgreich. Diese Dienstfahrt firmiert unter dem Titel „Arbeitssieg“.
Trainer Erik Töpfer schätzt kritisch ein: „Es war für Kirchhof das angekündigte Endspiel. Dessen waren wir uns bewusst. Ein Teil der Mannschaft war dann aber nicht bereit, diesen Kampf anzunehmen, deshalb kamen wir sehr schwer in das Spiel herein. In der zweiten Halbzeit haben wir mit mehr Mentalität und Emotionen besser funktioniert. Am Ende konnten wir es souverän ausspielen und gewinnen. Aber zufrieden bin ich nicht. Das hat die Mannschaft auch zu hören bekommen. Nächste Woche sind die Spielerinnen wieder in der Pflicht, was die Einstellung angeht.“ Dann kommt der Dritte ESV Regensburg in die Brüderstraße.
SG 09
Yan Li Stannies, Aleksandra Orowitz, Dana Centini; Andra Lucas, Nele Weyh (4), Marie Sauerwald (1), Julie Hafner (3), Katharina Koltschenko, Rica Wascher, Greta Kavaliauskaite, Deborah Spatz (10/4), Wiktoria Zakrzewska, Anna-Maria Spielvogel (4/2), Lotte Iker
HC Leipzig
Elia Garcia Canabate, Nele Kurzke, Janine Fleischer; Pauline Uhlmann (5), Lara Seidel (2), Patricia Nikolic (2), Jennifer Hofmann, Emely Theilig (2), Alina Gaubatz (1), Laura Klocke, Hannah Ferber-Rahnhöfer, Jenny Illge (1), Sharleen Greschner (4), Joanna Granicka (11/5)
Siebenmeter
SG 6/7; HCL 5/6
Strafminuten
SG 8; HCL 12
Zuschauer 267



Fotos Robby Kunze
Abwehrspezialistin Jennifer Hofmann beendet ihre Laufbahn in Leipzig und geht in ihre fränkische Heimat zurück.
Jenny kam 2022 vom Drittligisten HC Erlangen zum HC Leipzig und bereicherte von Anfang an mit ihrem Ehrgeiz, ihrer Erfahrung, ihrem Einsatz sowie ihrer positiven Art den jungen Kader. Von ihr konnten die Mädels in Sachen Professionalität einiges lernen, denn Jenny arbeitete neben dem Sport ganz normal. Wie sie selbst Sport und Beruf ausfüllte war und ist vorbildlich. Zudem konnte sie vor allem in der Deckung der Mannschaft helfen. Als Rechtshänderin spielt sie auf der rechten Seite, in der Abwehr auf der Halbposition und im Angriff rechtsaußen.
Jenny Hofmann spielt gefühlt ihr ganzes Leben Handball, konkret seit dem 5. Lebensjahr. Die Stationen waren TSV Roßtal, HC Cadolzburg, TSV Altenberg und HC Erlangen, mit dem sie 2016 Bayrischer A-Jugend-Meister und 2021 in die Dritte Liga aufgestiegen war. Dieser Aufstieg war der absolute sportliche wie emotionale Höhepunkt ihrer Laufbahn.
Jenny möchte die Handball-Zeit nicht missen. „Generell bin ich sehr dankbar, was mir der Handball sowohl sportlich als auch persönlich gegeben hat. In der ganzen Zeit gab es unzählige schöne Momente, die ich immer in Erinnerung halten werde, seien es Teamwochenenden, Turniere, Kabinenfeste, und eine Vielzahl von anderen unglaublich schönen Momenten, die ich mit den Mädels und allen Mitwirkenden erleben durfte.“
Was war nicht so gut? „Natürlich gehören im Sport nicht nur Höhen, sondern leider auch einige Tiefen dazu. Nicht so schön waren Momente für mich, in denen ich mir oder sich Mitspielerinnen Verletzung zugezogen haben. Ebenso Momente, in denen man nicht frei aufspielen konnte und zu verkopft war, um sein volles Potenzial bei wichtigen Spielen abrufen zu können.
Was macht du künftig?
„Eine sehr gute Frage, die sich gar nicht so einfach beantworten lässt.
Der Handball war für mich so viele Jahre der Mittelpunkt meines Lebens. Ich hab jedoch gemerkt, dass sich hier meine Prioritäten im Laufe der Jahre immer mehr verschoben haben und ich freue mich extrem auf die kommende Zeit, in der ich meine Freizeit deutlich freier gestalten kann. Zunächst einmal werde ich zurück in meine Heimat ziehen und bin gespannt auf alles was kommt und welche Türen sich für mich öffnen werden.“
„Der HC Leipzig ist für mich, so wie die Stadt Leipzig in den letzten beiden Jahren meine Heimat geworden. Ich durfte hier unglaublich viele tolle Menschen kennenlernen, die meinen Weg die letzten zwei Jahre begleitet haben und immer ein offenes Ohr für mich hatten. Einige davon sind wahre Freunde fürs Leben geworden.
Ich danke dem Verein für das Vertrauen der letzten beiden Jahre und allen Beteiligten, ob auf oder neben dem Spielfeld. Es war mir eine große Freude für Leipzig zu spielen.“
Am Sonnabend 18 Uhr treten die Handballerinnen des HC Leipzig in der 2. Bundesliga beim hessischen Konkurrenten SG 09 Kirchhof an, der seine Heimspiele in der Stadtsporthalle Melsungen austrägt.
Nach dem grandiosen Sieg im Sachsenderby ist das Spiel beim Tabellendreizehnten sicher nur Formsache, könnte man meinen. Aber Vorsicht! Der 13. Platz ist in dieser Saison eine fester Abstiegsplatz. Kirchhof will unbedingt die Klasse halten. Dafür fehlen derzeit nur vier Punkte, sowohl zum Relegationsplatz als auch zum sicheren Platz 11. Vor allem aber haben sie letzte Woche mit dem 27:27 beim Dritten Regensburg für eine Überraschung gesorgt. Sie sind nicht zu unterschätzen.
Das sieht auch HCL-Trainer Erik Töpfer so: „Ja, Kirchhof sollte machbar sein. Wir haben gerade im letzten Spiel gezeigt, welches Niveau im Kader steckt. Wenn wir in der Woche hart an uns arbeiten, wollen wir das auch voll fokussiert auf den Platz bringen und das auch auswärts, ohne den großen Heimvorteil. Ich erwarte von Kirchhof eine riesige kämpferische Leistung mit großartiger Unterstützung der Fans. Bei ihnen geht es um den Klassenerhalt, den sie mit großer Willensleistung schaffen wollen. Was sie in Regensburg eindrucksvoll gezeigt haben, als sie in 120 Sekunden einen Drei-Tore-Rückstand aufgeholt haben.“
Die Übertragung im Livestream von Sportdeutschland.tv beginnt um 17:45 Uhr.
Foto: Robby Kunze
HC Leipzig – HC Rödertal 32:27 (16:12)
Dieses Sachsenderby war ein hoch emotionales und vor allem gutklassiges Spiel der zweiten Handball-Bundesliga.
Angetrieben von den jeweils großen Fanblöcken, der Funke sprang quasi von der Tribüne aufs Parkett und direkt wieder zurück, entwickelte sich ein schnelles und umkämpftes Spiel.
Ausgerechnet Nele Kurzke, die in der Saison 2017/2018 das Tor der Rödertalbienen in der Bundesliga hütete, eröffnete mit einem frechen Weitwurf nach 2:20 Minuten den Torreigen. Dabei hatte sie erkannt, dass ihre Gegenüber Ann Rammer weit vor dem eigenen Torraum im Spielfeld stand. Rödertal glich nach einer gelungenen Kombinat über den Kreis und durch Victoria Hasselbusch aus. Dieses 1:1 blieb der einzige Gleichstand. Von da an dominierte der HC Leipzig das Geschehen. Unsere Mädels spielten sich in einen Rausch. Angetrieben von Joanna Granicka, Emely Theilig und Patricia Nikolic, die sehr viel Bewegung und Druck erzeugten, immer wieder die beiden Außen bedienten oder Sharleen Greschner am Kreis, die mehrfach entschlossen verwandelte. Diese Angriffe waren eine Augenweide. Zudem bestach die Deckung der Leipzigerinnen, mit Sharleen Greschner und Laura Klocke im Innenblock. Die Gäste fanden selten gute Lösungen oder scheiterten an einer starken Nele Kurzke. Bereits zur Pause führte Leipzig mit vier Toren, baute diese nach dem Seitenwechsel und vier sehenswerten Toren der Außen Pauline Uhlmann und Alina Gaubatz auf sieben Tore aus (20:13, 38. Minute). Zwischendurch hatte HCR-Trainerin Maike Daniels in einer Auszeit vergeblich versucht zu korrigieren. Auch eine offensiv ausgerichtete Abwehr konnte Leipzig nicht beeindrucken. Der HCL blieb bis zum Schluss die bessere Mannschaft.
Nach dem Spiel gab Maike Daniels zu Protokoll: „Die Niederlage schmerzt. Das Sachsenderby so zu verlieren ist bitter. Der HCL hat heute überzeugend gespielt und verdient gewonnen. Nach 13 gewonnenen Spielen haben wir jetzt zweimal gepatzt. Aber wer die Liga kennt, weis auch, dass jedes Spiel wichtig ist. Wir werden bis zum Schluss weiter kämpfen. Wenn du oben stehst, kannst du nicht erwarten, dass du mit links oder im Rückwärtsgang die Spiele gewinnst. Heute haben wir vor allem im Spiel eins gegen eins nicht die erhofften Lösungen gefunden.“
Der überglückliche HCL-Trainer Erik Töpfer war vor allem von den Fans beeindruckt: „Vielen Dank an die geile Kulisse. Sowohl unsere als auch die Gäste-Fans haben dem Spiel den würdigen Rahmen gegeben. Dafür spielen wir Handball. Nach der Niederlage letzte Woche bin ich froh, dass wir die richtige Einstellung zu diesem Spiel gefunden haben. Wir waren bereit zu kämpfen und zu beißen. Ich habe großen Respekt vor Laura Klocke, die nahezu zweimal 60 Minuten am Stück gespielt hat.“
Tatsächlich war es ein HCL-Spieltag wie gemalt. Im Vorspiel gewann die A-Jugend ihr Viertelfinal-Rückspiel gegen den TSC Berlin mit 26:20 und steht im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft. Die B-Jugend qualifizierte sich auswärts fürs Viertelfinale und hat gute Chancen auch unter die besten vier Mannschaften Deutschlands zu kommen.
Gleich vier Spielerinnen der erfolgreichen A-Jugend kamen im Bundesligaspiel zum Einsatz: Die bereits erwähnte Laura Klocke, Marlene Tucholke (1 Tor), Lisa Lammich und Jana Walther (1 Tor). Das ist das besondere am HCL. Der Nachwuchs ist sehr gut ausgebildet und bietet sich permanent an. Ein Hoffnungsschimmer und wegweisend für die Zukunft.
HC Leipzig
Elia Garcia Canabate, Nele Kurzke (1), Janine Fleischer; Pauline Uhlmann (6), Lara Seidel (2), Jana Walther (1), Lisa Lammich, Patricia Nikolic (2), Jennifer Hofmann, Emely Theilig (1), Alina Gaubatz (4), Laura Klocke, Jenny Illge, Sharleen Greschner (5), Joanna Granicka (9/5), Marlene Tucholke (1)
HC Rödertal
Oliwia Kaminska, Ann Rammer; Julia Mauksch (8/5), Vanessa Huth (2), Victoria Hasselbusch (1), Leonie Meersteiner, Fabienne Büch (3/1), Joleen Preussler (1), Jasmin Eckart (1), Lena Smolik (5), Lisa Laux, Alicja Pekela (5), Santina Sabatnig (1), Lena Mailin Schorch
Siebenmeter
HCL 5/6; HCR 6/7
Strafminuten
HCL 4; HCR 2
Zuschauer 643
Es ist Derbytime in Sachsen. Am Sonntag um 16 Uhr empfängt der HC Leipzig den HC Rödertal zum Meisterschaftsspiel der 2. Handball-Bundesliga.
Die Vorfreude auf dieses Spiel ist auf beiden Seiten sehr groß. Zum einen kommt mit dem HC Rödertal die derzeit wahrscheinlich beste Mannschaft der zweiten Liga und zum anderen bringen die Rödertalbienen den halben Bienenstock mit in die Messestadt. Die Brüderstraße wird richtig voll und die Stimmung prächtig sein. Die Fans beider Mannschaften sind für ihre Unterstützung und Performance bekannt. Der Rahmen für ein würdiges Sachsenderby ist bereitet.
Beim HC Leipzig ist man auf diesen Besucheransturm gut vorbereitet. Die meisten Karten wurden bereits online verkauft. Restkarten gibt es am Ticketschalter. Damit wirklich jeder Interessierte einen Sitzplatz findet, werden die Tribünen hinter den Toren zum Einsatz kommen.
Zur sportlichen Einordnung: Rödertal hat sich unter Trainerin Maike Daniels zu einem Spitzenteam der zweiten Liga entwickelt. Im Dezember 2023 konnte der HCL unter dem damaligen Neu-Trainer Erik Töpfer den HCR im Bienenstock anstacheln und mit dem 26:23 beide Punkte entführen. Daraufhin starteten die Randdresdner eine fabelhafte Serie mit 13 Siegen hintereinander, darunter dem souveränen Auswärtserfolg beim Aufstiegsfavoriten FA Göppingen (28:23), der den Aufstieg der Bienen in die 1. Liga realistisch erschienen lies, sofern die Siegesserie nicht abreißen würde. Auch wir gewannen gegen Göppingen (26:20) und standen zwischendurch auf dem dritten Platz.
Die Niederlagen am letzten Wochenende kamen für beide Teams zur Unzeit und kosteten jeweils die guten Ausgangspositionen. Wir büßten durch das 28:30 bei den Kurpfalz Bären den dritten Platz ein und der HC Rödertal kann nach der Heimniederlage gegen den ESV Regensburg nicht mehr aus eigener Kraft aufsteigen.
Beide wollen sich mit einem Erfolg am Sonntag die Chancen auf das eigene Saisonziel erhalten, auch wenn HCL-Cheftrainer Erik Töpfer die Gäste favorisiert sieht: „Rödertal ist personell besser besetzt. Bei uns kommen neben einigen Wehwehchen noch die Doppelbelastung unserer Talente dazu. Am Wochenende spielen auch die A- und B-Jugend-Teams ums Weiterkommen in den Deutschen Meisterschaften. Im direkten Vorspiel (13 Uhr die A-Jugend gegen den TSC Berlin, Anm.) sind Marlene Tucholke und Laura Klocke gefordert. Auch die Einsätze der beiden in der U19-Nationalmannschaft sowie von Joanna Granicka mit der polnischen Auswahl haben Kraft gekostet. Da müssen wir aufpassen, dass wir deren Gesundheit schützen. Trotzdem wollen wir wieder unser Potential nutzen, die Abwehr stabilisieren und vor allem im Angriff besser sein. Zuletzt war die Abschlussquote knallrot.“
Interview mit Rödertal-Cheftrainerin Maike Daniels:
Mit welcher Zielstellung kommt ihr nach Leipzig?
„Wir wollen am Sonntag gegen Leipzig im Derby vor allem im Vollgas-Modus spielen jede Situation mit 100 Prozent Einsatz bestreiten. Ein Derby macht sehr viel Spaß, bringt aber sicherlich auch viele Emotionen mit sich, gerade zwischen dem HC Leipzig und uns. Das wollen wir positiv nutzen.“
Wie schätzt du die bisherige Saison ein?
„Die Saison lief aus unserer Sicht bisher erfolgreich. Wir haben unsere anfänglichen Fehler - insbesondere die in den ersten beiden Spielen - abgestreift und wurden immer konstanter. Das freut mich, allerdings wollen noch mehr erreichen in den verbleibenden Spielen.“
Welche Bedeutung hat das Derby für dich persönlich?
„Das Derby gegen Leipzig ist und wird immer etwas Besonderes bleiben. In Leipzig bin ich quasi erwachsen geworden: hier habe ich mein Abitur gemacht, mein Studium begonnen und beendet und natürlich auch meine ersten Schritte in meiner Profi-Karriere gemacht. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrungen.“
Vorspiel: 13:00 Uhr Viertelfinal-Rückspiel HCL A-Jugend - TSC Berlin (Hinspiel 25:24)
Die Übertragung im Livestream von Sportdeutschland.tv beginnt um 15:45 Uhr, Vorspiel ab 12:45 Uhr.
Kim-Angelina Lang heißt die neue Linkshänderin des HC Leipzig, die beim Zweitligisten ab der kommenden Saison die Position Rückraum rechts besetzen wird.
Die 18-jährige Abiturientin wechselt vom Drittligisten SG Todesfelde/Leezen nach Leipzig und erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag bis 2026. Kim-Angelina wurde beim Schwaaner SV ausgebildet, spielte von 2017 bis 2020 im Nachwuchs des Rostocker HC.
Ihre größten Erfolge feierte sie allerdings in Leipzig, als sie mit dem HCL 2021 die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft und mit dem Sportgymnasium die Schüler-Weltmeisterschaft gewann.
In der Saison 2023/2024 spielte Kim-Angelina Lang im nördlichsten Bundesland Schleswig-Hollstein sowohl für die SG Todesfelde/Leezen in der Dritten Liga als auch für den Handewitter SV in der A-Jugendbundesliga. Die Handewitter kamen nach einer souveränen Meisterrunde mit Siegen über den aktuellen Deutschen Meister Blomberg-Lippe, FA Göppingen und Bensheim/Auerbach bis ins Viertelfinale und scheiterten mit einem einzigen Tor am Frankfurter HC (32:29 und 26:30).
Kim hat in der letzten Saison sehr viel Erfahrung gesammelt und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft: „Ich habe mich für den HCL entschieden, weil ich die Stadt und die Menschen in Leipzig extrem toll finde und gerne mag, aber vor allem, weil der Handball, der beim HCL gespielt wird, super zu mir passt und ich gute Chancen sehe, mich in dem Umfeld gut weiterentwickeln zu können. Ich freue mich schon extrem doll auf die kommende Zeit."
Cheftrainer Erik Töpfer: "Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit einem weiteren HCL-Talent. Kim wird die Lücke, welche Tici (Patricia Nikolic, Anm.) hinterlässt, gut schließen."
Kurpfalz Bären - HC Leipzig 30:28 (17:14)
Mit dieser 28:30-Auswärts-Niederlage in Ketsch ist der dritte Tabellenplatz für die Leipzigerinnen erstmal futsch.
Das ist schade und mit Blick auf das Spiel und der dargebotenen Leistung beim 11. der 2. Bundesliga ernüchternd. Bis auf die ausgeglichene Anfangsphase, als unsere Mädels die Bären-Führungen bis zum 5:5 in der 8. Minute stets ausgleichen konnten, dominierten die abstiegsgefährdeten Gastgeberinnen. Erneut wurden viel zu viele Fehlwürfe und einfache Fehler im Spielaufbau registriert. Auch die Abwehr, sonst im Zusammenspiel mit den Torhüterinnen oft unüberwindbar, funktionierte diesmal nicht annähernd. Deshalb mussten die Gäste immer wieder abreißen lassen.
HCL-Cheftrainer Erik Töpfer: „Trotz der Niederlage Respekt an Sharleen Greschner, die letzte Woche krank war, trotzdem ein Riesenpensum für die Mannschaft fährt und am Kreis bis zu ihrer Verletzung ein grandioses Spiel abliefert, sich immer wieder durchbeißt. Das war vorbildlich. Wir wollten mit hohem Tempo spielen, was weitestgehend auch gelungen ist. Dadurch erspielen wir uns gute Chancen, scheitern aber viel zu oft an der gegnerischen Torhüterin. Die unterirdische Chancenverwertung hat uns aus dem Konzept gebracht. Vielleicht waren wir gedanklich zu oft bei den Fehlwürfen und Ballverlusten, weshalb hinten die Konzentration fehlte und wir nur mit 80 Prozent verteidigt haben“.
Drei HCL-Spielerinnen bewiesen in der Fremde Nervenstärke und blieben ohne Fehlwürfe.
Beste unter den Guten war Patricia Nikolic, die jeden ihrer sechs Würfe im gegnerischen Tor unterbrachte und ebenso eine Wurfeffektivität von 100 Prozent hatte wie Pauline Uhlmann und Sharleen Greschner mit je drei Toren bei je drei Versuchen. Ein Lichtblick. Positiv war auch die kämpferische Einstellung aller, mit der nach 40 Minuten der Anschluss zum 20:21 durch Pauline Uhlmann geschafft wurde. Doch zur Wende reichte das aufgrund der angesprochenen Defizite leider nicht.
Kurpfalz Bären
Katarina Longo, Johanna Wiethoff, Katrin Rüttinger; Svenja Mann (8/1), Sara Goudarzi (3), Katja Hinzmann (1), Gianina Bianco (3), Ina Scheffler (2), Mireia Torras Parera (2), Janneke Geigle, Viviane Schranz, Lena Sophie Stitzel (1), Rebecca Engelhardt (9), Katharina Hufschmidt (1)
HC Leipzig
Nele Kurzke, Janine Fleischer; Pauline Uhlmann (3), Lara Seidel, Patricia Nikolic (6), Jennifer Hofmann, Emely Theilig (1), Alina Gaubatz (4), Jenny Illge, Laura Klocke (1), Jenny Illge (2), Sharleen Greschner (3), Joanna Granicka (4/3), Marlene Tucholke (4)
Siebenmeter
Bären 1/1; HCL 3/4
Strafminuten
Bären 6; HCL 4
Zuschauer 500
Mit der 23-jährigen Lara Tauchmann kommt eine Aufbauspielerin für die Position Rückraum Mitte vom Liga-Konkurrenten HC Rödertal an die Pleiße. Sie hat beim HC Leipzig einen Vertrag bis 2026 unterschrieben.
Lara Tauchmann begann als Fünfjährige beim Radeberger SV Handball zu spielen, bei dem sie bis 2018 ausgebildet wurde. Seit 2018 spielt sie für den HC Rödertal, unterbrochen durch ein Auslandsjahr von 2019 bis 2020 in Neuseeland. Zu dieser Zeit gehörte Lara bereits zur 1. Mannschaft des HCR, mit dem sie 2022 in die 2. Bundesliga aufgestiegen war.
Die Studentin schließt in kürze ihr Bachelor-Studium ab wird in Leipzig ein Master-Studium aufnehmen.
Zu ihren Hobbys zählt Lara Tauchmann Beachvolleyball, Snowboarden und Surfen. Besonders freut sie sich auf das jährliche Wellenreiten an der portugiesischen oder französischen Atlantikküste.
Zum Wechsel nach Leipzig sagt Lara: „Nach sechs Jahren beim HC Rödertal habe ich mich dazu entschieden eine neue Herausforderung zu suchen. Mit dem HC Leipzig habe ich dafür den richtigen Verein gefunden und freue mich sehr die Chance zu bekommen, die nächsten zwei Jahre hier zu spielen. Ich bin überzeugt, dass es der richtige Schritt für meine persönliche und sportliche Weiterentwicklung ist. Die Mannschaft hat mich im Probetraining sehr gut aufgenommen und ich freue mich darauf ab nächster Saison Teil dieses jungen Teams zu sein."
HCL-Geschäftsführer Peter Müller: „Mit Lara konnten wir eine talentierte Rückraumspielerin aus Sachsen für uns gewinnen. Sie beeindruckt nicht nur auf dem Spielfeld sondern sie ist auch eine starke Persönlichkeit mit viel Erfahrung. Wir wünschen ihr viel Erfolg und freuen uns auf die nächsten Jahre mit ihr.“
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